Tui besitzt ein kunsthistorisches Gesamtwerk, von dem besonders die architektonischen Elemente wie die Kathedrale von Santa Maria, Das Kloster San Francisco oder die Kapelle San Telmo hervorzuheben sind. Letztere repräsentiert den portugiesischen Barock. Bemerkenswert ist auch die internationale Brücke von 1886 vom Ingenieur Pelayo Mancebo, die Tui mit Portugal verbindet.
Tui ist Bischofsstadt und war Hauptstadt von einer der ehemals sieben Provinzen des Königreichs Galiciens. Sie ist ein Beispiel für eine mittelalterliche Stadt, die sich an einer Anhöhe erhebt, die von der Kathedrale gekrönt wird.
Der Paseo de la Corredera befindet sich am Fuße der Altstadt und gewährt Zugang zum historischen Stadtteil. Über die engen und steilen Gassen gelangt man zur Kathedrale von Santa Maria.
Es handelt sich hierbei um eine Kirchenfestung im romanisch-gotischem Stil, die im Verlauf des 12. Jahrhunderts gebaut wurde. Die Mauern und Befestigungen deuten auf den Festungscharakter der mittelalterlichen Stadt hin. Sie war von strategischer Wichtigkeit, da sich hier viele Wege kreuzten und aufeinander trafen.
Die Straße führt weiter bergab in Richtung Miño. Dort taucht die Kapelle von San Telmo aus dem 18. Jh. auf. Die Kapelle zeigt den portugiesischen Barock jener Zeit. Sie wurde von dem Franziskanermönch Mateo de Jesús María entworfen.
Auf Grund seiner stilistischen Merkmale, ist die Kapelle eins der bedeutendsten und einzigartigsten Gebäude Galiciens. Es ist die einzige Kapelle im Stil des portugieseschen Barock, die es hierzulande gibt. Sie wurde auf dem Haus gebaut, wo der heilige Dominikaner im 13. Jahrhundert starb. Mit ihrem Bau wurde 1769 begonnen, aber erst 1803 wurde sie fertig gestellt. Die Kirche hat einen Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes. Ihre Kuppel mit Stichkappen und die interessanten Fresken aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts sind bemerkenswert.
In Tui befindet sich der Rest einer Gemeinschaft konvertierter Juden von geschichtlich bedeutendem Einfluss. Die Gemeinschaft war an der wirtschaftlichen und demografischen Wiedererlangung des Territoriums von Tui beteiligt und hatte so Einfluss auf die Wirtschaft am Atlantik durch die Kontrolle der Häfen wie dem von Baiona.
Bis zum 15. Jd. war das eigentliche Zentrum des Judenviertels in der Nähe der Synagoge, in der Oliveira-Straße und später in der Canicouba-Straße. Diese beiden Straßen bewahren zum großen Teil ihre mittelalterliche Struktur und Charme. Weiter finden sich zerstreute Elemente in der Altstadt.
So wie der Judenturm „Torre do Xudeu“ in der Tyde-Straße und in derselben Zone Wohnungen wie das große Haus der Sarmiento-Celayas, das auf dem Grundstück der Synagoge erbaut ist, die möglicherweise zum Teil im Weinkeller des Hauses erhalten ist.
In der Canicouba-Straße kann man das Salomon- Haus sehen. Es war im Besitz des Händlers Salomón Çaadia bevor dieser vertrieben worden war. Die offene Architektur des Hauses um einen Innenhof herum, ist für Galicien untypisch und eher im Zentrum oder Süden der Halbinsel üblich. Wahrscheinlich stammte Salomón Çaadia aus einer der Regionen.
In der Kathedrale von Tui befindet sich ein kurioses Element: eine in Stein gravierte Menora im Kreuzgang der Kathedrale. Die Menora, auch bekannt als Siebenarmiger Leuchter, ist einer der wichtigsten Symbole des Judentums und zeigt, dass bereits im 13. Jd. Eine jüdische Gemeinde existierte, die an jenem wichtigen Bauwerk mitwirkte. Des Weiteren befinden sich dort wertvolle Stücke, wie der gotische Kelch „Abraan y Jaqó“ und der Schrein aus Kokos, Werk von Aaron Amín.
Der wohl sonderbarste Schatz im Zusammenhang mit der sephardischen Vergangenheit von Tui sind die Büßerhemden, die in der Kathedrale aufbewahrt werden. Sie sind einzigartig in Europa. Es handelt sich hierbei um fünf beschriebene Leinentücher, auf denen die Namen von 14 Büßenden zwischen 1617 und 1621.
Das Gebiet von Tui war seit vorrömischen Zeiten ununterbrochen besetzt. So existierte zu Zeiten der Sueben eine einfache frühchristliche Basilika aus dem 5. Bis 6. Jahrhundert.
Unter der Hoheitsgewalt des Bischofs Afonso II. (1100-1130) wollte man eine Kathedrale errichten, aber es war der Bischof Paio Méndez (1131-1155), der das Bauprojekt durchführte. Afonso VII. hatte dem Bischof Paio Méndez im Jahr 1142 einen Wehrturm auf der Anhöhe der Diözese gestiftet.
Zuvor hatte die Schwester von Afonso VI. und des Königs García, Doña Urraca, in einem Schreiben festgehalten, dass eine Kathedrale zu Ehren der Heiligen Maria gebaut werden sollte um den neuen Bischofssitz wieder einzusetzen.
Nach Phasen der Unruhen durch die Invasionen der Sarazenen und Normannen, nahm die Kathedrale im 12. Jahrhundert langsam Formen an. Die Stadt wird zu der Zeit auch wieder zum Bischofssitz.
Im Jahr 1180 vollzogen sich die Aufbauarbeiten der Kathedrale, die der Heiligen Maria gewidmet war und die Bauarbeiten der Festungsanlage.
Gegen Ende des ersten Drittels des 13. Jahhunderts widmete man sich der Bedeckung der Kuppeln und 1232, während des Bischofsamtes von Esteban Egea (1218- 1239), fand die Einweihung der Kathedrale statt. Die Kathedrale ist eine der ersten gotischen Konstruktionen der ganzen Iberischen Halbinsel.
Die Kathedrale der Santa Maria von Tui mischt romanischen mit gotischem Stil, die ihr das Aussehen einer Kathedral-Festung verleiht. Die Mauern und Befestigungen deuten auf den Verteidigungscharakter der Stadt hin. Sie war von strategischer Wichtigkeit, da sich hier viele Wege kreuzten und aufeinander trafen.
Ihre Haupttür, auch bekannt als westliches Tor, hat ein Portal aus spitzen Bögen wie ein Pavillon mit Zinnen aus dem 13. Jahrhundert. Sie ist von gotischem Stil, was sie einzigartig und zum Merkmal für den heiligen Ort macht, für den sie als Vorraum dient. Man sieht dort das Leben der Jungfrau Maria und ihr wichtige Rolle in der Geschichte der Erlösung der Menschheit.
Durch eine Holztür aus dem 18. Jh. gelangt man in das Innere der Kathedrale, wo sich die Darstellung von Mariä Himmelfahrt befindet.
Der Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes besitzt einen kurzen Hauptarm und die Schiffe haben drei Bögen. Schmale Fenster, ausgestattet mit Bogengewölben, erhellen die kleinen Schiffe der Kathedrale. Die Galerie besteht aus dem Obergaden, charakteristisch für den spitzbogenförmigen Stil von französischer Tradition.
Sie verfügt über einen Kreuzgang, dessen Konstruktion Mitte des 13. Jahrhunderts begonnen wurde. Er hat Treppenarme aus dem 14. Jahrhundert und wurde im 16. Jahrhundert restauriert. Dort befindet sich die epigrafische und heraldische Sammlung des gesamten Komplexes der Kathedrale. Einige der Stücke werden der westgotischen Zeit zugeordnet. In seiner unmittelbaren Nähe befindet sich auch der Romanische Kapitelsaal aus dem 12. Jahrhundert.
Die Gänge des Kreuzgangs bestehen aus großen, spitzen Bögen, die in ihrem Inneren zwei kleiner Bögen schützen, die von schmalen Säulen mit doppeltem Kapitell gehalten werden. Es handelt sich um den ältesten Kreuzgang Galiciens, an dem die Spuren des Einflusses der Zisterzienser erkennbar sind. Wahrscheinlich durch das nahe gelegene Kloster von Santa Maria de Oia.
Im Inneren befindet sich das Altarbild der Erwartung, allgemein bekannt unter dem Titel „Altar der Schwangeren“, im südlichen Arm gelegen aus dem Barock des 17. Jahrhunderts. Es stellt die schwangere Jungfrau Maria dar und verfügt über zwei Figuren von Adam und Eva.
Die Kapelle von San Telmo oder die Kapelle der Reliquien hat ein von der Renaissance geprägtes Altarbild, das im Laufe des 16. Jahrhunderts auf Anweisung des Bischofs Torquemada gefertigt wurde. Während der Feste zu Ehren von San Telmo werden die Reliquien zur Verehrung durch die Gläubigen ausgestellt.
Der Kirchenchor findet sich in der Großen Kapelle ein, gebaut 1699 durch Castro Canseco. Der Raum für den Chor war für die Geistlichen gedacht, die zum Chor gehörten, um dort zu singen und Gebete abzuhalten.
Die nördliche Tür der Kathedrale, auch San Epitaceo genannt, trägt das Bild desselben, der erster Bischof der Diözese und der Stadt Tui war. Das Bild befindet sich auf einem einfachen Kapitell der präromanischen Epoche.
In der Kapelle von Santa Catalina befindet sich das Museum der Kathedrale. Dort sind heilige Ornamente ausgestellt. Unter anderem die Holzschnitzerei der Heiligen Jungfrau aus dem späten 14. Jahrhundert, bekannt als „La Patrona“ und die 1602 von Nápoles Mudarra angefertigten Hostienbehälter (Monstranzen), sowie die Reste des großen Altarbildes aus Kalkstein.
Tui ist eine galicische Gemeinde, die sich im Ostteil des Landkreises Baixo Miño, in der Provinz Pontevedra befindet. Der Ort sticht durch seine Nähe zu Portugal hervor. Außerdem ist Tui Bischofsstadt und besitzt eine der berühmtesten Kathedralen Galiciens: die Kathedrale von Santa María de Tui.
Die Kathedrale Santa Maria ist von romanischem Stil, auch wenn später gotische Elemente hinzukamen. Im Bezug auf den romanischen Teil der Kirche stechen das Seitenschiff, das nördliche Portal und vor allem der Kapitelsaal hervor. Dieser stammt aus dem Jahr 1138 und ist der größte Kapitelsaal Spaniens. Die Haupttür ist gotisch und besteht aus Statuen aus biblischen Szenen. Der Kreuzgang ist ebenfalls gotisch.
In den Straßen von Tui findet man weitere kulturelle und historische Referenzen, wie das Kloster „Convento de las Encerradas“ aus dem 17. bis 18. Jd. und die Kapelle von San Telmo. Letztere ist ein einzigartiges Beispiel für portugiesischen Barock in Galicien. Die Kirche hat einen Grundriss in Form eines griechischen Kreuzes, eine schöne Kuppel und Fresken aus dem 19. Jh.
Tui bewahrt auch das einzige jüdische Haus Galiciens, das aus dem 15. Jh. stammt. Die Stadt Tui organisiert Stadtführungen auf den Spuren der jüdischen Geschichte der Gemeinde. Das Haus ist als das Haus des Salomon bekannt.