Cambados ist ein typisch galicisches Dorf und Anziehungspunkt für Touristen. Es ist eigentlich ein in Stein gemeißeltes Freiluftmuseum, dank seiner zahllosen Herrenhäuser, vornehmen Straßen, Sehenswürdigkeiten und Skulpturen. Cambados entstand aus einem Zusammenschluß von drei historischen Dörfern, die ihre Echtheit bewahren: Fefiñáns, mit seinem adeligen Charakter, Cambados mit seinen schönen Plätzen, Straßen und Ruinen von Santa Mariña sowie San Tomé mit seinem maritimen Flair. Ihre Verbindung macht sie zu einem einzigartigem Ort in Galicien.
Die „Plaza de Fefiñáns“ besteht aus dem Herrenhaus „Pazo de Fefiñáns“, der Bogenbrücke, dem Wachturm und der Kirche des Heiligen Benedikt (San Benito). Es handelt sich hierbei um einen der schönsten und angesehensten architektonischen Komplexe Galiciens, der im Jahr 2012 zum Gut von kulturellem Interesse ernannt wurde und somit unter Denkmalschutz steht. Der Bau des Gutshauses „Pazo de Fefiñáns“ begann im 16. Jahrhundert auf Befehl von Juan Sarmiento y Valladares, Gutsherr von Fefiñáns und Berater von Ferdinand II. Das Bauwerk wurde durch seinen Neffen D. Gonzalo de Valladares beendet. Die einzige Brücke in Form eines Bogens, die noch von ursprünglich vier Brücken erhalten ist, ist die Bogenbrücke von Fefiñáns. Die Brücken wurden von den Adligen des Gutshauses genutzt um sich innerhalb des Anwesens fortzubewegen oder um in die Privaträume desselben zu gelangen.
Die Kirche von San Benito ist noch als alte romanische Kirche erhalten und wurde zu Beginn des 15. Jahrunderts umgestaltet. Im 17. Jahrhundert wurde sie auf Anweisung von D. Gonzalo de Valladares wieder aufgebaut und somit unter die Schirmherrschaft des Heiligen Benedikt (San Benito) gestellt. So wie das Anwesen des Gutshauses, wurde auch die Kirche im August 2012 zum Gut von kulturellem Interesse erklärt. Der Wehrturm wird zum Aussichtsturm des 16. Jahhunderts ernannt.
Die Krankenhauskapelle ist ebenfalls ein sehenswerter Anlaufpunkt in dieser historischen Stätte. Es handelt sich hierbei um eine kleine Kirche, verbunden mit dem Gutshaus „Pazo de Moltó“. Sie diente ursprünglich als Krankenhaus für die Opfer der Epedemien, die Galicien im 17. und 18. Jahrhundert heimsuchten. Sie wurde „Kapelle der Reinigung“ genannt, da sie sich den Pestkranken widmete. Die Gutsherren von Bazán und D. Alonso Troncoso y Sotomayor waren deren Bauherren. Im Inneren der Kapelle befindet sich ein barockes Altarbild, in dem besonders die Gemälde der Jungfrau von Candelaria und Jesús Nazareno hervorzuheben sind, wobei Letzteres im gesamten Landkreis besonders verehrt wird.
Nicht nur seine berühmten Weine und die Gastronomie, sowie die Wahl zu Europas Weinstadt 2017 machen den Ort Cambados zu einem beliebten Ziel bei Spaniern und Besuchern aus dem Ausland. Cambados beherbergt ein großes Freiluftmuseum, das einen Besuch wert ist. Sowohl wegen seines gut erhaltenen Zustandes, als auch wegen seiner historischen Bedeutung, die in seinen Gassen und Mauern aus Stein verborgen liegen. Mit seinen schönen Plätzen und Straßen, den Ruinen von Santa Mariña und seinem maritimen Charakter von San Tomé vereint der Ort alles, was der Besucher sich wünschen kann.
Der Mittelpunkt der historischen Stätte befindet sich auf der „Plaza de Fefiñáns“, bestehend aus dem Herrenhaus „Pazo de Fefiñáns“, der Bogenbrücke, dem Wachturm und der Kirche des Heiligen Benedikt (San Benito). In dieser historischen Umgebung befindet sich das Museum „Molino de Mareas“ von A Seca, das 1622 im Auftrag von D. Gonzalo de Valladares, erster Vicomte von Fefiñáns, in der Gemeinde von San Amedio de Corvillón (zwischen Fefiñáns und Tragove) gebaut wurde. Sehenswert ist ebenfalls das Ramón Cabanillas–Museum, Geburtshaus des berühmten galicischen Schriftstellers. Es handelt sich um ein kleines maritimes Haus im Fefiñáns–Viertel, das saniert und in ein Museum umgestaltet worden ist. Am 28. Juli 1998 wurde das Hausmuseum eröffnet. Der „Plaza de As Rodas“ war früher unter dem Namen „Plaza Diaria“ bekannt und war der Ort um frische Waren wie Fisch oder Gemüse zu kaufen. Der „Plaza Francisco Asorey” wurde dem gleichnamigen Bildhauer gewidmet. Dort befindet sich eine Nachbildung eines seiner bekanntesten Werke mit dem Titel „A Naiciña“, angefertigt von Xosé Cao Lata, einem Schüler Aseroys.
Am Rande der Gemeinde befindet sich das Gutshaus „Pazo de Torrado“, das in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch die Familie Torre de Asadelos erbaut wurde. Auffällig an seiner Fassade sind ein kleiner Balkon mit einer Brüstung aus Granit, die Wappen mit den Familienabstammungen und das Haupteingangstor. Des weiteren findet man das Gutshaus „Pazo de Bazán“, das im 17. Jahrhundert vom Gemeindepfarrer D. Pedro Bazán de Torres erbaut wurde. Pedro Bazán de Mendoza restaurierte das Gutshaus im 18. Jahrhundert. Sein Sohn Pedro Pablo Bazán de Mendoza lebte dort. Er war ein berühmter Übersetzer und übersetzte Texte von Voltaire und Luisa Bazán, Urgroßmutter der bekannten Schriftstellerin Emilia Pardo Bazán.
In der Nähe befindet sich die Statue von Francisco Asorey, eine Bronzeskulptur, geschaffen von Lucas Míguez, anlässlich des 50. Todestages des Bildhauers im Jahr 2011. Die Promenade „El Paseo“ von A Calzada ist die natürliche Verbindung zwischen den alten Dörfern Fefiñáns y Cambados. Sie wurde 1852 mit Steinen aus dem alten Kloster von San Francisco gebaut und später wurden die Bäume gepflanzt, die sich heute dort befinden. Das Rathaus aus dem Jahr 1850 wurde ursprünglich als Gefängnis und Gerichtsgebäude für den Gerichtsbezirk Cambados erbaut. Das Rathaus befand sich in einem anderen Gebäude am heutigen Alfredo Brañas-Platz und zog 1873 an seinen heutigen Sitz. Mit den Jahren wurden an dem Gebäude mehrere Veränderungen vorgenommen. Heutzutage werden seine Räumlichkeiten als Büroräume der Stadt und von der örtlichen Polizei genutzt. Ganz in der Nähe des Alfredo Brañas-Platzes befindet sich das Fariña-Haus, das einem ehemaligem Anwalt gehört, welcher auch Namensgeber für das Haus ist. Die Fassade trägt ein elegantes Wappen der Gründer: die Figueroas, die Valladares oder Sotomayores.
Da Cambados die Wiege des Albariño Weins ist, wurde auf dem Ramón Cabanillas-Platz zum 50. Jahrestag des Weinfestes eine vom Bildhauer Francisco Leiro erschaffene Bronzestatue aufgestellt. Diese Statue ist dem Weingott Baco aus der römischen Mythologie gewidmet.
Der „Pazo de Fajardo“ oder „Salgado“ stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist das Beispiel schlechthin für die adeligen Wohnsitze von Cambados. Hervorzuheben ist der mit Zinnen versehene Turm aus den sechziger Jahren sowie die verschiedenen Familienwappen, wie zum Beispiel das Wappen der Feijoo. Folgt man der Route, findet man das „Haus der Muscheln“, erbaut im 19. Jahrhundert. Es weist eine Fassade mit klar neobarocken Zügen auf, in Form von zahlreichen Jakobsmuschelschalen.
Die heutige Pfarrkirche von Cambados ist das Kloster San Francisco. Es wurde unter dem Franziskanerorden gegründet und unter den Schutz der Mariä Empfängnis gestellt.
Das Fraga-Haus ist ein wunderschönes Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, das sich dort befindet, wo vorher ein Teil des Kreuzganges des Klosters zu finden war. Heute befindet sich dort die Stadtbücherei Luis Rei.
Ganz in der Nähe befindet sich auf dem Grundstück des ehemaligen Wohnsitzes von D. Lope Sánchez de Ulloa das Gutshaus „Pazo de Ulloa“. Seine Tochter María Sanchez de Ulloa baute dieses Gutshaus, das Wohnsitz ihrer Söhne Diego de Acevedo, Soldat, und Alonso Fonseca III, Erzbischof von Santiago und Toledo ist.
Das Ricoi-Haus ist ein weiteres Museum von Cambados. Es handelt sich hierbei um ein ethnographisches Weinmuseum in einem Pfarrhaus des 16. Jahrhunderts, das 2001 zum Netz der Museen von Cambados gehört. Es ist das erste Museum dieser Art in Galicien und eins der Ersten in ganz Spanien.
Die Ruinen von Santa Mariña Dozo befinden sich am Fuße des Berges A Pastora, in der Nähe einer alten befestigten Siedlung keltischen Ursprungs, wo die Reste der alten Pfarrkirche von Santa Mariña, Schutzpatronin von Cambados, stehen. Die Kapelle von A Pastora hingegen befindet sich am Berg von A Pastora, ganz in der Nähe der Ruinen von Santa Mariña. Sie wurde gegen Ende des 16. Jahrhunderts von dem Notar Juan Fariña erbaut und unter den Schutz von Buen Jesús und der Heiligen Jungfrau de Las Nieves gestellt.
Die Hospital-Straße ist eine ansehnliche Fußgängerzone, die das Zentrum von Cambados mit dem Fischerort San Tomé verbindet. In dieser Straße befinden sich das Gutshaus „Pazo de Moltó“, die Krankenhauskapelle, sowie die Kapelle von Santa Margarita. Der Pazo von Moltó wurde im Auftrag der Herren Bazán und Alonso Troncoso y Sotomayor gebaut. Es war ursprünglich das Königliche Krankenhaus des 16. Jahrhunderts und beherbergt heute eine Cafeteria und ein bekanntes Restaurant mit einem Michelin-Stern.
Die Kapelle Santa Margarita war vorher unter dem Namen Kapelle von San Roque bekannt und war Bestandteil des Gutshauses, das im Besitz der Familie Abraldes war. Das Gutshaus verschwand im 18. Jahrhundert und lediglich die Kapelle blieb erhalten. Ihr gegenüber steht ein „cruceiro“, ein in Galicien sehr oft vorkommendes Monument. Es besteht aus einem hohen Steinkreuz auf einer Säule, das meist an öffentlichen Plätzen zu sehen ist.
Der Kongress- und Ausstellungssaal José Peña-Museo Fábrica José Peña wurde am 25. März 2011 eröffnet. In seinen Mauern befindet sich nahezu ein ganzes Jahrhundert an Geschichte. Der Name stammt von dem Gründer der Konservenfabrik und ehemaligem Bürgermeister von Cambados José Peña Oubiña. Das Gutshaus „Pazo de Montesacro“ gehörte seinerseits Diego de Zárate y Murga, erster Markgraf von Montesacro durch Erlass von Philipp V. Er war es, der das Gebäude in San Tomé im barocken Stil der Epoche erbaute.
Die Entdeckung des Grabes des Apostels Jakobus zu Beginn des 9. Jahhunderts sowie der spätere Bau der Kathedrale, führten dazu, dass Wachtürme entstanden um die Meeresmündung „Ria de Arousa“ und Compostela vor den Atacken der Normannen zu schützen. So enstand der Turm von San Sadurniño.
Die Krankenhauskapelle wurde im 17. Jahrhundert im Auftrag der Familie Bazán und Alonso Troncoso y Sotomayor erbaut. Sie wurde auch „Kapelle der Reinigung“ genannt, da sie der Behandlung der Opfer der Epedemien, die Galicien im 17. und 18. Jahrhundert heimsuchten, gewidmet war. Es handelt sich um eine schlichte barocke Kirche, die aus einem Kirchenschiff mit einer gewölbten Decke und einem Grundriss in Form eines lateinischen Kreuzes besteht. In der Kapelle ruhen die sterblichen Überreste von Josefa Ozores de Saavedra, Mutter des Grafen Amarante. Hervorzuheben sind der Glockenturm und die Hauptfassade mit einer Nische im oberen Teil, in der eine gekrönte Mutter Gottes im Renaissancestil zu sehen ist. Ebenfalls erwähnenswert ist die für das 18. Jahrhundert typische gerahmte Tür mit geometrischer Randleiste.
Der Glockenturm besteht aus zwei Körpern: ein Viereckiger mit vier großen Öffnungen, jede eingefasst von zwei Pfeilern sowie ein zweiter Körper über dem Ersten. Dieser ist achteckig mit vier kleineren Öffnungen und einer kleinen Kuppel.
Santo Tomé sticht als Fischerviertel mit seinen mit Muscheln bedeckten Häusern, Balkonreihen und Galerien hervor. Der Geruch nach Meeresluft ist bei jedem Spaziergang durch das Viertel allgegenwärtig. Des Weiteren findet man dort ein barockes Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert: das Herrenhaus „Pazo de Montesacro“. In diesem Herrenhaus oder Palast befindet sich die Kapelle von Valvanera, auch bekannt als Kapelle der Heiligen Jungfrau von Valvanera oder als die Krankenhauskapelle. Dort wird die Jungfrau von Valvanera verehrt. Es gibt auch Festlichkeiten in diesem Viertel zu Ehren dieser Heiligen Jungfrau.
Diese Kapelle wurde von der Familie Bazán und Alonso Troncoso y Sotomayor während des 17. Jahhunderts erbaut, um sich um die Kranken der Epedemien jener Zeiten zu kümmern. Der Grundriss der barocken Kirche entspricht einem lateinischen Kreuz.
Das Viertel von Santo Tomé gehört zu einem Gebiet, das sich den Dörfern Cambados und Fefiñáns angeschlossen hat. Vom Zentrum von Cambados, eine Gemeinde in der Provinz Pontevedra, gelangt man sogar über die Hospital-Straße direkt nach Santo Tomé.